„Viele junge Ärztinnen und Ärzte zieht es in Städte und Ballungsgebiete, was auf dem Land zum Teil zu erheblichen Nachwuchsproblemen führt – insbesondere im hausärztlichen Bereich. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Dabei ist eine gute medizinische Betreuung für ein gutes Leben unverzichtbar. Wir wollen deshalb eine gute ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Mit der Offensive ‚Land hat Zukunft – Heimat Hessen‘ treten wir für den Erhalt von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sowie die schnelle Verfügbarkeit von Notfallmedizin ein. Außerdem wollen wir es den Kommunen im ländlichen Raum weiter erleichtern, Praxisübergaben zu unterstützen, beispielsweise durch Landarzt-Stipendien für Medizin-Studierende oder Ärzte in Weiterbildung, Fördermittel für Investitionen bei Übernahme einer Landarztpraxis und den Betrieb medizinischer Versorgungszentren. Hierfür sind Rücklagen in Höhe von 1,5 Millionen Euro jährlich vorgesehen. Zudem wurden in Hessen bundesweit erstmalig an Universitäten mit einer medizinischen Fakultät Kompetenzzentren für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin gegründet.

Durch über 50 neue Gemeindeschwestern soll darüber hinaus die Versorgung älterer Menschen im ländlichen Raum verbessert werden. Die gesundheitliche Versorgung und das sich Kümmern um die psychosozialen Belange älterer Menschen ist Kernaufgabe der zukünftig durch das Land Hessen geförderten Gemeindeschwestern 2.0. Mit dem Programm wurde eine ergänzende Leistung geschaffen, die den bisher nicht abzudeckenden Hilfe- und Unterstützungsbedarf älterer Menschen ohne Pflegegrad aufgreift. Das Land stellt hierfür in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 jeweils 1,85 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem hessischen Pflegemonitor verfügen wir über ein wissenschaftliches Steuerungsinstrument für die Ausbildungsplanung. Dieser enthält wichtige Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktlage und zum zukünftigen Bedarf an Pflegekräften. Eine vorausschauende Entwicklung des Pflegekräfteangebots und ein frühzeitiges Erkennen veränderter Anforderungen an Qualifizierung und Beschäftigung werden dadurch möglich. Die Hessische Landesregierung setzt sich bereits seit Jahren nachhaltig für eine positive Entwicklung der Ausbildungszahlen in den Altenpflegeberufen ein. So werden beispielsweise den staatlich anerkannten Altenpflegeschulen die Kosten für die Durchführung der Ausbildung erstattet. Darüber hinaus unterstützt die Landesregierung zahlreiche Projekte, um für den Pflegeberuf zu werben und die auch zum Ziel haben, das Bild dieses Berufs und die Wertschätzung der Arbeit zu verbessern.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet des Weiteren eine große Chance, weil sie bestehende Versorgungsangebote unterstützt, sehr schnell medizinisches Fachwissen zu den Menschen bringt und Distanzen überbrücken kann. Auf diese Weise kann Telemedizin insbesondere in ländlichen oder strukturschwachen Regionen dazu beitragen, eine hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen. Wichtig ist dabei jedoch zu betonen, dass Telemedizin den Menschen nicht ersetzen kann oder soll. Damit ist sie ein Schlüssel zu einer weiterhin wohnortnahen Versorgung, weshalb wir für Innovationsprojekte jährlich sechs Millionen Euro vorgesehen haben.

Die Hessische Gesundheitspolitik hat demnach enorme Erfolge vorzuweisen und es sind längst noch nicht alle Förderprojekte aufgezählt. Nichtsdestotrotz muss sich erfolgreiche Gesundheitspolitik an den Wirkungen auf die Menschen vor Ort messen lassen, weshalb wir noch vorhandene Aufgaben identifizieren und analysieren wollen.“

« Bartelt: SPD verspricht – wir handeln: Entlastung der Familien bei der Kinderbetreuung bei gleichzeitiger Steigerung der Betreuungsqualität